Blumen – Gedichte – Maerchen

Smile

Einem Freunde zum Abschied – Peter Auzinger

Einem Freunde zum Abschied.

Leb wohl mein Freund, mein Bruder, lebe wohl ;
Du ziehst von mir die Brust mit Jubel voll ;
Dir leuchtet jetzt des Schicksals Stern so helle
Nur Gutes schwebt und lebt dir vor der Seele

Du fühlst nur Wonne in der jungen Brust,
Fühlst neues Leben, neue Lebenslust ;
Du kannst so froh auf bess’re Zukunft bauen
Wirst nicht umsonst auf Schicksalsgunst vertrauen.

Doch finster bleibt es hier in meiner Brust
Ich bin der Lebensfreuden unbewußt
Muß ich ja das, was mich beglückt, entbehren
Muß meiner lieben Kunst den Rücken kehren

Nicht darf mein Geist in etwas Höh’rem ruh’n
Als Antipod muß ich mit Willen thuu,
Was And’re mich nach ihren Launen heißen,
Muß das Gefühl der jungen Brust entreißen. –

Und doch, wenn Alles lästig mir erscheint,
Wenn jeden Wunsch mir das Geschick verneint
Da leuchtet süß die Hoffnung in mir wieder
Und legt mir Kraft und Trost im Herzen nieder

Auf’s neue bau‘ ich auf der Götter Gunst
Sie werden schützen in mir Geist und Kunst ;
Und wenn darob auch Jahre noch verfließen
Wirst du als Künstler mich dereinst begrüßen.

Peter Auzinger (1836 – 1914)
Aus Herzensklänge, 1867.

25. Februar 2017 - Posted by | — Auzinger Peter, — — Herzensklaenge 1867, Dichter | ,

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